Der Pfad ist gut markiert. Und oft schlammig, schreibt Rough Guides, weshalb an der Zufahrt Gummistiefel verliehen werden. Unterwegs kommst du an drei kleinen Wasserfällen vorbei, zum Baden sind sie nichts.
Der Wald, durch den du läufst, bedeckt den Main Ridge, den Höhenzug, der Tobago auf 29 Kilometern von Südwest nach Nordost durchzieht. Am Centre Hill erreicht er laut Wikipedia 572 Meter. Rough Guides rechnet mit rund 380 Zentimetern Regen im Jahr. Seit 1776 steht dieser Wald unter Schutz, 2026 ist sein 250. Jahr.
- Unter Schutz
- seit 1776Main Ridge Forest Reserve
- Fläche
- 3.937 halaut Wikipedia; andere Angaben 3.958 ha
- Höchster Punkt
- 572 mCentre Hill, laut Wikipedia
- Vogelarten
- rund 210im Main Ridge nachgewiesen
- Biosphärenreservat
- seit 2020Nordosten Tobagos, UNESCO
250 Jahre Schutz, aber welcher Tag?
Das Jahr ist unstrittig, der Tag nicht. Die englische Wikipedia nennt eine Verordnung vom 30. April 1776. Die deutsche Wikipedia und das Vogelportal 10,000 Birds schreiben vom 13. April. Der Zweck steht im Wortlaut der Verordnung: Der Wald sollte häufige Regenschauer anziehen, von denen die Fruchtbarkeit der Felder abhing. Das Gesetz kam im britischen Parlament elf Jahre nach dem ersten Vorschlag durch, Global Voices schreibt es Soame Jenyns zu.
Wie alt im Vergleich, darüber formulieren die Quellen verschieden. Die Inselverwaltung THA, die von einem 1776 erklärten Crown Reserve spricht, nennt den Main Ridge „the oldest legally protected forest reserve in the Western Hemisphere“, also das älteste gesetzlich geschützte Waldreservat der westlichen Hemisphäre. Die englische Wikipedia spricht vorsichtiger von einem der ältesten Schutzgebiete der Welt. Den heutigen Namen bekam das Reservat 1904, als angrenzendes Kronland dazukam.
Die THA hat den 30. April zum Main Ridge Day erklärt, berichtet Global Voices. Gefeiert wurde das Jubiläum mit einer Festwoche Ende April 2026. Seit Oktober 2020 ist der Wald außerdem Kernzone des UNESCO-Biosphärenreservats North-East Tobago, neben Little Tobago und den St. Giles Islands. Das Reservat umfasst 15 Gemeinden von Belle Garden bis Moriah und einen großen Meeresanteil. Auf die Tentativliste für das Welterbe hat Trinidad und Tobago den Main Ridge schon 2011 gesetzt.
Bei der Fläche gehen die Zahlen auseinander. Wikipedia nennt 3.937 Hektar, andere Seiten 3.958 Hektar oder „fourteen thousand acres“, was gut 5.600 Hektar wären.
Der Gilpin Trace: wie lang, mit wem
Der bekannteste Weg im Reservat beginnt an der Straße, die von Roxborough über den Main Ridge nach Parlatuvier führt. Wie lang er ist, hängt von der Quelle ab. Rough Guides nennt fünf Kilometer und rund zweieinhalb Stunden in gemütlichem Tempo. BBC Wildlife schrieb 2023 von 3,5 Kilometern, ein Tourenportal von etwa zwei Stunden. Der Weg folgt dem Bloody Bay River Richtung Nordküste.
Tagsüber warten am Eingang registrierte Guides, oft frühere Forstarbeiter, die meisten aus Parlatuvier und Roxborough. BBC Wildlife rät zu einem zertifizierten Guide. Vorgeschrieben ist er nach keiner der Quellen, und laut einem Nutzerbeitrag bei Wanderlog gehen Gruppen auch ohne. Laut Lonely Planet führen die längeren Touren bis zu einer Aussichtshütte mit Blick über die Bloody Bay und die Sisters Rocks. Die Preise in Reiseführern und Nutzerbeiträgen tragen kein Datum und weichen voneinander ab, also handle sie am Eingang aus.
Die Guides bieten laut Rough Guides auch Gänge zu Wasserfällen und Nachtwanderungen an, der Preis ist Verhandlungssache. Und der Gilpin Trace ist nicht der einzige Weg. Wikipedia zählt neun Wege und ein Besucherzentrum. Einige wurden angelegt, weil der Gilpin Trace übernutzt war.
Unser TippFang früh an. Rough Guides rät, gegen sechs Uhr morgens loszugehen, dann sind die Vögel am aktivsten. Und leih dir an der Zufahrt Gummistiefel, der Gilpin Trace ist oft schlammig.
Wasserfälle: Argyle, Highland und die kleinen
Die Argyle Falls am Ortsrand von Roxborough fallen 54 Meter tief, über drei Stufen mit je einem Becken. Vom Parkplatz sind es laut Rough Guides rund 15 Minuten zu Fuß, in der zweiten Stufe kannst du baden. Ob der Guide im Eintritt steckt, sehen die Quellen verschieden: Rough Guides, Lonely Planet und BBC Wildlife sagen ja, die Flughafenbehörde nennt ihn als Extra. Frag am Häuschen der Kooperative, bevor du zahlst.
Argyle gilt als höchster Wasserfall der Insel. Den höchsten freien Fall in einem Stück schreibt Caribbean Beat aber den Highland Falls bei Moriah zu, ein Tourenanbieter nennt rund 30 Meter. Beides kann stimmen, denn Argyle fällt in Stufen. Zu den Highland Falls wanderst du laut Caribbean Beat etwa 45 Minuten.
Kürzer geht es anderswo. Zum Castara Waterfall mit seinem einzelnen Becken sind es zehn Minuten. Die Twin River Falls bei Pembroke haben drei Stufen, der Weg führt am Flussufer entlang. Und bei Parlatuvier liegt ein Fall nur wenige Minuten vom Dorf, mit zwei Stufen laut Caribbean Beat, mit drei Stufen und zwei tiefen Becken laut Rough Guides, der ihn Top River Falls nennt.

Cocrico und White-tailed Sabrewing
Rund 210 Vogelarten sind im Main Ridge nachgewiesen, das Gebiet ist eine Important Bird Area. Mehr als ein Viertel der heimischen Vögel Tobagos gehört laut 10,000 Birds zu Unterarten, die es nur hier gibt. Am besten schaust du in der Trockenzeit von Januar bis Mai, schreibt BBC Wildlife.
Der Cocrico, englisch Rufous-vented Chachalaca (Ortalis ruficauda), ist Tobagos Nationalvogel und steht neben Trinidads Nationalvogel im Staatswappen. Nicht jeder liebt ihn: Anfang 2025 nannte ihn ein Wirtschaftsvertreter aus Tobago öffentlich eine Plage. Viele Cocricos siehst du im Grafton Caledonia Bird & Wildlife Sanctuary, laut discovertnt ab vier Uhr nachmittags in großer Zahl. Dort gibt es auch Kolibris und Motmots. Die ehemalige Kakaoplantage füttert die Vögel seit dem Hurrikan von 1963.
Dieser Hurrikan hieß Flora und traf Tobago am 30. September 1963. Er riss den meisten Bäumen die Kronen ab, nur die größten überlebten in geschützten Tälern. Der White-tailed Sabrewing (Campylopterus ensipennis), ein Kolibri, galt danach auf Tobago als verschwunden. 1974 wurde er wiederentdeckt. Seit 2005 gehört er zu den ersten drei Arten, die die Umweltbehörde EMA als Environmentally Sensitive Species schützt. Manche Reiseseiten nennen ihn endemisch, doch er lebt auch in Venezuela. Auf Tobago kommt er im Main Ridge bis hinunter auf 100 Meter vor.
Little Tobago, die Insel der Tropikvögel
Vor Speyside liegt Little Tobago. Das Boot braucht laut BBC Wildlife rund 20 Minuten, oft fahren Glasbodenboote hinüber. An Land führt ein Pfad am Hang hinauf zum Aussichtspunkt. Du gehst nur mit autorisiertem Guide, Einrichtungen gibt es keine.
Sir William Ingram kaufte die Insel 1908 als Vogelschutzgebiet. 1909 ließ er dort Paradiesvögel aussetzen, 47 laut Wikipedia, 24 laut Rough Guides. Nach 1963 gibt es von ihnen keine verlässlichen Nachweise mehr. Nach Ingrams Tod gaben seine Erben die Insel 1924 der Regierung. Wie groß sie ist? Wikipedia nennt einen Quadratkilometer, die Key Biodiversity Areas rund 113 Hektar.
Heute brüten hier Rotschnabel-Tropikvögel, dazu einige Paare der White-tailed Tropicbird, Audubon's Shearwater und Brown Noddies. Von Dezember bis Juli kreisen laut BBC Wildlife Hunderte Rotschnabel-Tropikvögel um die Insel. Fregattvögel jagen ihnen den Fisch ab, schreibt discovertnt. Welche Monate am besten sind, sehen die beiden Quellen verschieden: BBC Wildlife rät zu Januar bis Mai, discovertnt zu April bis September, weil die See von Oktober bis März rau werden kann. Unter Wasser geht es vor Speyside mit den Riffen weiter, mehr dazu beim Tauchen.
Gipfel und Lagune
Welcher Gipfel der höchste ist? Offen. Die deutsche Wikipedia und Rough Guides nennen den Pigeon Peak mit 576 Metern, während die englische Wikipedia den höchsten Punkt des Main Ridge am Centre Hill sieht, bei 572 Metern. SummitPost zählt je nach Karte 518, 525 oder 576 Meter für den Pigeon Peak und hält den Nachbargipfel Man of War mit 549 oder 550 Metern für womöglich höher. Hinauf gehst du von Charlotteville oder Speyside aus, rund drei Stunden, steil und am Gipfel schwach markiert. Nimm einen Guide.
Über Charlotteville liegt der Flagstaff Hill. Oben ist eine Grasfläche mit Funkmast und Bänken, im Zweiten Weltkrieg war hier ein Ausguck der US-Armee. Ein Reiseblog nennt rund 350 Meter Höhe, eine Laufroute 320 Höhenmeter auf gut drei Kilometern.
Im flachen Südwesten sieht die Natur anders aus. Die Bon Accord Lagoon bei Bon Accord gehört seit 2005 zum Ramsar-Gebiet mit dem Buccoo Reef. In ihren Mangroven zählt Rough Guides über 30 Wasservogelarten. Anbieter fahren halbtags mit dem Kajak hindurch, Rough Guides empfiehlt einen lizenzierten Guide. Ab März kommen nachts an die Strände der Westküste Lederschildkröten, wann und wo du sie siehst, steht bei den Schildkröten.
Häufige Fragen zu Regenwald und Vögeln auf Tobago
Braucht man für den Gilpin Trace auf Tobago einen Guide?
Eine Pflicht nennen die Quellen nicht. Am Eingang des Gilpin Trace im Main Ridge Forest Reserve warten tagsüber registrierte Guides, oft frühere Forstarbeiter, und BBC Wildlife empfiehlt, mit einem zertifizierten Guide zu gehen. Den Preis handelst du am Eingang aus.
Wie lang ist der Gilpin Trace im Main Ridge?
Die Angaben schwanken: Rough Guides nennt fünf Kilometer und rund zweieinhalb Stunden in gemütlichem Tempo, BBC Wildlife 3,5 Kilometer. Der Weg ist gut markiert, aber oft schlammig.
Seit wann steht der Regenwald auf Tobago unter Schutz?
Der Wald des Main Ridge auf Tobago steht seit 1776 unter Schutz. Beim Tag widersprechen sich die Quellen zwischen dem 13. und dem 30. April; die Inselverwaltung hat den 30. April zum Main Ridge Day erklärt.
Wann sieht man auf Tobago am besten Vögel?
Im Main Ridge auf Tobago ist die Trockenzeit von Januar bis Mai die beste Zeit, und die Vögel sind frühmorgens am aktivsten. Für Little Tobago nennen die Quellen verschiedene Monate, BBC Wildlife Januar bis Mai, discovertnt April bis September.
Wo sieht man auf Tobago den Cocrico?
Den Cocrico, Tobagos Nationalvogel, siehst du laut discovertnt im Grafton Caledonia Bird & Wildlife Sanctuary am Nachmittag in großer Zahl. Die ehemalige Kakaoplantage füttert die Vögel seit dem Hurrikan von 1963.
